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"Triple Direct" - El Capitan / USA
Kletterpartner: Volker Schupe
"El Capitan" Anfang Mai 2004 lag hier und dort noch Schnee auf der High Sierra. Aber im Yosemite Valley, wo wegen des engen Tals kein kalter Wind ist, war es angenehm warm. Sogar tagsüber stiegen die Temperaturen so hoch, bis es fast unerträglich wurde. Das Tal ist zu dieser Jahreszeit viel schöner als im Herbst. Der Wasserfall ist überfüllt mit Wasser, einfach märchenhaft. Außerdem gibt es sehr wenige Touristen als in der übrigen Jahreszeit, was es sehr angenehm macht. Ich freute mich sehr wieder direkt vor dem El Capitan zu stehen.

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"Yosemite N.P "

"Triple Direct" Ich war wegen der "Triple Direct" Tour hier, bei der ich im letzten Jahr in der Mitte aufgehört hatte. Zum Glück fand ich sofort einen Kletterpartner auf dem Sonnyside Camping Platz.
Volker Schupp, ein gebürtiger Deutscher, der in der Schweiz seit drei Jahren mit seiner Familie lebt. Seine Händeschütteln ist kraftig. Kein Gramm Fett an seinem Bauch und die Finger sind mit dicker Hornhaut überzogen. In seinem sanften Gesicht kann ich ein sehr langes hartes Kletterleben ablesen. Man wird "drahtig" sagt man. Ein typisches Charaktermerkmal der Bergsteiger, die man sofort vom "Softie Manager" Typen unterscheiden kann. Er hat den "Weg durch Fisch" gemacht und am Wendenstock zwei Touren an einem Tag. Er gehört zum harten Kern in der Kletterszene. Ich hatte keinen Zweifel daran, dass er der richtige Partner für "Bigwall" ist.

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"Familie Schupp"
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"vor El capitan"
"Triple Direct"

Die "Triple Direct" wurde von der noch lebenden Legende J. Bridwell im Jahr 1969 begangen. Die damalige Bewertung war VI 5.9 A3. Jetzt ist sie auf VI 5.8 C2 abgewertet. Es ist eigentlich keine eigenständige Route, sondern nur eine Varianten der "Salathe", "Muir" und "Nose". Man kann auch sagen der "Triple Direct" fehlen alle schöne Ding von den drei Routen und zwar von "Salathe headwall", "Muir dihedrals" und "Nose Stovelegs".

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"El Caspitan"
"Free Blast"

"Free Blast" ist eine der am schönsten Freikletterer Routen am El Capitan Base und ist Teil der "Salathe Wall". Die sogenannte "Free Blast" ist auch die Verbindung zur "Muir Wall Route". Seit ein paar Jahren schon, sind die "Mammut Terrassen" bis zum Wandfuß fixiert mit fünf Fixseilen, sodass ein sicherer und einfacher Abstieg möglich ist. Es ist eine wunderschöne Route, direkt unter diesem Monsterfelsen El Capitan zu klettern. Die Route ist sehr oft begangen. Fast jeden Tag sind eine oder mehre Seilschaften zu sehen. Meistens klettern sie bis zur "Mammut Terrasse" und seilen dann wieder ab.

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"free Blast"
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"Free Blast"
Erste S.L

5.10c, die erste S.L., sollte eine der schönsten Seillängen sein. Andererseits sind Fingerrisse nicht gerade meine Kletterei. Ich hatte leider keinen richtigen Auftrieb an diesem Morgen und musste mich ständig an "Friends" hängen.

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"Volker am 2 S.L Stand"
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"4 S.L"
"El Capitan"

Der El Capitan Felsen ist nicht nur einzigartig, er hat auch eine allgemein gute Felsqualität vorzuweisen. Im Gegensatz zu unserem Granit Gebiet, wie Mont Blanc oder Val di Mello, die manchmal mit Flechten überzogen sind und dunkelbraunes sprödes Gestein haben. Hier ist, zumindest bis zur Mammut Terrasse, alles sauber mit hellgrauer, gelblicher oder rötlicher Farbe, hart und widerstandsfähig. Links und rechts, oben und unten, nur Granit. Was für eine Dimension! Ich sage, was mir durch den Kopf schießt: „Als würde ich mitten in einem Felsenmeer leben!"

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"5 S.L"
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"6 S.L"
Der "Free Blast"

lief reibungslos ab. Kletterei ist sehr abwechslungsreich. Alles wird geboten, vom Fingerriss, Handriss, Platten, Reibung, Verschneidung, Off-width. Aber die Bewertungen sind für uns etwas zu hart. Wir seilten uns von der "Mammut Terrasse" ab. Am nächsten Tag machten wir Vorbereitung für die weiteren Tage in der Route. Vier Tage Wasser und Essen für die "Triple Direct".

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"5 S.L 5.8/ A0 "
Tag 1.

Wir wollten heute bis zur "Mammut Terrasse" einen 40 Kilogramm Materialsack hochziehen und weiter bis "Gray Ledges" klettern. Es war ein sehr langer Tag. Den schweren Materialsack hochziehen ist eine Schweißarbeit die jeder Bigwall Kletterer kennt. Aber das Fixseil war ziemlich neu, sodass wir uns keine Sorgen zu machen brauchten. "Gray Ledges" ist für zwei Leute kein Problem. Es besteht aus stufenartigen Bändern. Wir setzten uns am unteren Band zusammen. Das Abendessen waren warme Spagetti.


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"Triple Direct mitterler Teil"
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"Ab Great Roof"

Tag 2.

Am zweiten Tag fing alles zuerst gut an. Um 6:00 Uhr standen wir auf und machten uns einen warmen Tee. Unser Frühstück bestand aus warmem Vollkornmüsli. Als wir zum Start bereit waren, war schon eine Stunde vorbei gegangen. Volker startet die 15 S.L., eine Verschneidung, bei der man alles brauchte, von Friends 0.5 bis 4 er. Aber es war viel zu kalt. Wir hatten beide schon Daunenjacken angezogen. Die 16 S.L. ist meine Reihe. Ich hängte meinen "Gear Rack" (Materialgürtel) auf Schlingenstand ein, um die Daunenjacke auszuziehen weil ich mit der Daunenjacke nicht klettern konnte. Ich war irgendwie ungeschickt wegen der Kälte. Umständlich wurstelte ich am Material.
In dem Moment als ich den Gear Rack anfasste, an deme fast 5 Kilogramm Material hingen, flog plötzlich mein "Fotoapparat" herunter. So ein Mist! Ich kochte vor Wut!
Tag 3.

Heute Morgen wachte ich früh auf wegen der Kälte. Bedrohliche Wolken hingen über Yosemite. Weiter schlafen! Um 8 Uhr standen wir auf. Noch keine Verbesserung am Himmel. Es tropfte sogar ein bisschen. Verdammt kalt hier! Unser erster Gedanke, sollten wir aufgeben oder weiter machen. Leider hatten wir nur ein 50 Meter Kletterseil und 45 Meter Halbseil dabei. Wir hatten auch eine 20 Meter Reepschnur. Damit würden wir sicherlich irgendwie runter kommen können. Aber jetzt sah ich weit im Westen einen hellen Himmel kommen. Langsam aber immer näher. Also machten wir weiter! Um 10 Uhr starteten wir. Unser Tagesziel ist Camp VI. Sechs Seillängen schafften wir ganz locker! Aber es ist immer noch sehr kalt. Volker kletterte den Great Roof empor, eine sehr lange Risse bi der man viele kleine Stopper braucht. Er machte "Back Clearnig" für den weiteren Aufstieg.

Tag 4.

Unsere dritte Nacht. Die Nachkälte war noch deutlicher als gestern. Zum Glück hatten wir beide Daunenjacken. Auf dem Half-Dome Gipfel und der High Sierra lagen noch Schneereste. Das Wetter hat sich gehalten und tagsüber schien die Sonne, aber es war sehr windig. Die meisten El Capitan Kletterer beklagen sich wegen der Hitze. Aber wir hatten noch nicht einmal Durst.

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"Gray Ledges, am erste Biwak Tag"
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"Gray Ledges Biwak"

Tom Events / Rockclimber - Photographer

Er war da, zufällig auf der Straße von El Capitan Meadows. "Tom Events". Er fotografierte in der Wand mit einem 1200 mm Teleobjektiv. Ich war sehr neugierig über seine Vorhaben. Ich meine was er mit seinen Fotos machen wollte. Er erklärte uns, dass er damit Geld machen will, die kleine Summe die er von Kletterern verlangt ist fast ein NICHTS. Er war seinerzeit ein Bigwall Kletterer. Jetzt ist er pensioniert und fotografiert ab und zu. Es ist natürlich für mich ihn sehr Willkommen zu heißen, weil ich meine Kamera in der Wand verloren hatte. Normalerweise, um festzustellen, wer an welchem Tag in welcher Route geklettert war, ist ein sehr schwieriges Unterfangen. Aber an diesem Tag war in der „Triple Direct“ keiner außer uns. Kein Wunder an so einem kalten und windigen Tag. So hatte er wenig Probleme damit uns ausfindig zu machen. Es hat nur ca. zwei Woche gedauert, bis dass ich von ihm die Dias bekommen habe. Hier sind einige seiner Aufnahmen von uns.

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"17 S.L"
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"17 S.L"
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"Great Roof"
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"Stand 21 S.L"
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"Volker am Stand 21 "
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"Blowin' in the Wind"
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"Pancake Flake / 22 S L"
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"Pancake Flake / 22 S.L"
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"Stand 22 S.L"
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"Stand 22 S.L"
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"Pancake Flake / 22 S L"
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"Stand 22 S.L"
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"Stand 22 S L"
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"Volker am Camp V /Stand 23 S.L"
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"Camp V"
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"Volker inder letzten S.L"
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"El Capitan"

© 2003 by Otsuki